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Es gibt fast nichts was nicht auf der Plattform www.ebay.de versteigert wird.
Und aller Jubeljahre ist auch schon mal ein
1000MB dabei der es wirklich wert ist. So geschehen im Herbst 2005. Ein Sammler aus Österreich löst (wohl notgedrungen)
seine Flotte auf und bot einen 1000MB der ersten Serie an. Wohlgemerkt ERSTE Serie. Also die heiß begehrte Version mit
reichlich Chrom und halbrunden Lufteinlässen. Diese Fahrzeuge sind eh schon sehr selten und teuer, aber das angebotene
Schmuckstück befand sich darüber hinaus auch noch in einem sehr guten optischen Zustand. Und da der Verkäufer offensichtlich
kein Schrottsammler ist und auch sonst einen sehr seriösen Eindruck machte, haben wir auf eine vorherige Besichtigung aus
Zeit- und Kostengründen verzichtet. Im Nachhinein Betrachtet, hätte eine vorherige Besichtigung auch nichts an den
Folgeereignissen geändert.
Die Auktion entwickelte sich also zum Krimi. Bieter aus Slowenien und anderen Staaten waren eifrig dabei in 5 Euro-Schritten
den Preis recht fix in die Höhe zu treiben. Wir haben jede Aktion der anderen Bieter mit Argusaugen beobachtet und waren
gespannt wieweit der Preis steigt.
Vorhersehbar hat Henne die Auktion gewonnen. Seine finanzielle Schmerzgrenze konnte keiner toppen. Na ja, und dann stellt
sich die Gretchenfrage: Wie kommt der Skoda die 750km von Österreich nach Sachsen ? Henne hat sich dann auch für die einzig
vernünftige Lösung entschieden und mit dem Verkäufer einen Termin zur Abholung per Trailer ausgemacht. Nun sind gute Freunde
eine Sache. Aber Freunde die verlässlich sind eine andere. Und der Mann der den Trailer stellen wollte hat kurzfristig einen
Rückzieher gemacht.
(Möge er mit lebenslanger Impotenz gestraft sein!)
Zeitlich in die Enge getrieben, musste Henne wohl oder übel die roten Nummern auspacken und das Unmögliche wagen.
Einen 1000MB, der jahrzehntelang im Dornröschenschlaf lag, auf eigener Achse 750km überführen !! Das kann nicht gut gehen.
Noch nie ist es uns in den letzten 15 Jahren gelungen irgend einen 1000MB, egal welcher Zustand, völlig pannenfrei nach
Hause zu bekommen. Irgendwas ist immer. Mal nur eine Reihe von Kleinigkeiten, aber auch üble Schäden die ein weiterfahren
unmöglich machten.
Ich habe dann für Henne ein Paket zurechtgemacht mit allen Teilen die bei so einer Aktion kaputt gehen können und was man
auch am Straßenrand reparieren kann. Also alle Gummischläuche, einen Zündverteiler, Zündspule, Regler und Kopfdichtungssatz.
Eigentlich sinnlos, weil nach Murphys Gesetz nur das kaputt geht was du NICHT mit hast. Und Murphy behielt mal wieder Recht!
Wer immer auch Murphy war, ich hasse den Kerl !
Steffen bot sich an mit seinem Pick up nicht nur das Hinfahrt-Taxi zu spielen sondern auch als Servicefahrzeug zu dienen.
Leider hat der Pick up nur 2 Plätze, so das Henne und Steffen alleine in das Abenteuer stolpern mussten. |
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Die Hinfahrt war dann auch von gespannter Erwartung geprägt und verging recht schnell. Vor Ort traf man sich mit dem überaus gastfreundlichen Verkäufer und regelte zügig das finanzielle und den Papierkram. Der "First Look" ergab dann sehr schnell das man sich wirklich einen sehr guten 1000MB an Land gezogen hatte. Fast kein Rost (eher Schmutz), nur unbedeutende Kleinigkeiten, weitgehend Makellose Karosse und der Lack glänzte nicht nur durch Anwesenheit sondern auch durch sich selber. Ein blubbern aus dem hinteren Bereich gab zu verstehen das von dem Motor noch einiges zu erwarten war und der Wagen bremste auf allen vier Rädern gleichmäßig gut. Also Optimale Vorraussetzungen für das Wagnis der Heimfahrt. Die ersten 100 Kilometer verliefen auch ganz normal. Der 1000MB schnurrte auf der Autobahn mit gemächlichen 100Km/h dahin, immer verfolgt vom Servicefahrzeug mit Steffen am Steuer. Aber schon braute sich das erste Ungemach zusammen. Weiße Dampfwolken verkündeten das alte (Skoda-)Lied vom kochendem Kühlwasser. Also sofort die Geschwindigkeit gedrosselt und rauf auf den nächsten Parkplatz. Eine erste Diagnose ergab aber keineswegs kochendes Kühlwasser. Viel mehr zeigte der Kühler einen kaum erkennbaren Riss durch den das Kühlwasser als nadelfeiner Strahl entwich. Reparatur ? Unmöglich. Dafür müsste man den Kühler ausbauen und mit einem Lötkolben den Riss flicken. Oder geeignete Dichtmasse haben die unter Wassereinfluss schnell aushärtet UND dichtet. Also dann auf der Landstrasse im 70 km/h Tempo weiterfahren und öfters anhalten und Kühlwasser nachfüllen. Es waren noch ca. 300 km bis nach Hause und das man am selben Tag noch ankommen würde war so unsicher wie das Gequake vom Wetterfrosch Kachelmann. |
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Ich hatte vorher schon ein komisches Gefühl bei der Sache. Ein 1000MB der auch nur ein Jahr steht, hat meistens undichte oder feste Radbremszylinder. Es wäre völlig normal wenn einer der acht Kolben festgegammelt ist oder die Manschette Risse hat. In diesem Fall sollte Henne die russische Methode anwenden. Etwas anderes bleibt einem beim Einkreisbremssystem des 1000MB auch gar nicht übrig. Wenn es passiert das an einem der vier Zylinder der Druck entweicht und man unbedingt noch eine kurze Strecke fahren muss kann man folgendes VERSUCHEN: mit der Zange die Bremsleitung mehrmals falten und tot legen. Bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h kann man getrost auf eine Bremse verzichten wenn man geübter Skoda Fahrer ist. Der Wagen zieht zwar leicht schief und man muss rechtzeitig bremsen aber er kommt trotzdem zum stehen. Ich habe das selber mal (unfreiwillig) ein Jahr lang vorexerziert. Und eine Bremsleitung ist zu Hause schneller gewechselt als auf der BAB. Und ob das viele Bremsen auf der Landstrasse nun daran schuld oder einfach die Zeit gekommen war - nun - so ganz allmählich musste Henne das Bremspedal immer mehr nach unten Drücken um den Wagen zum stehen zu bringen. Nach kurzer Zeit war ein sicheres anhalten nicht mehr möglich und man fuhr erneut rechts ran um den Fehler zu suchen und (hoffentlich) zu reparieren. Die erste Vermutung - undichter Radbremszylinder - konnte aber nicht bestätigt werden. Alle Zylinder waren dicht. Auch unter dem Wagen war kein Leck zu erkennen. Nirgends tropfte verräterisch das gute DOT 4 aus einer Ecke. Auch der Bremsflüssigkeitstand im Vorratsbehälter war okay. Trotzdem ging Hennes Fuß beim Bremsen ins Leere ! Einzige mögliche Diagnose: Hauptbremszylinder defekt. Durch die lange Standzeit sind die Manschetten wohl etwas hart geworden und bei der plötzlichen Dauerbelastung schließlich eingerissen. Klar das man jetzt beim Bremsen die Brühe im Hauptbremszylinder bloß von der einen Seite zur anderen bewegt aber nicht mit Druck in die Leitung bringt. Eine Reparatur vor Ort ist hier unmöglich. Geeignete Werkstätten sind (natürlich) ebenfalls nicht zu finden und ganz ohne Betriebsbremse zu fahren ist Selbstmord. Und so kam es wie es kommen musste, der 1000MB wird zu seinem neuem Zuhause auf fremder Achse gefahren. In diesem Fall durch den ADAC der aber auf den Nachweis einer Reparatur bestand. Sprich: der Wagen wurde zu einer regulären Werkstatt in Hennes Nähe gebracht. Nicht zu ihm nach Hause, wo die Reparatur wesentlich kostengünstiger hätte sein können. |
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![]() Rückblick :Selbst Top erhaltene 1000MB/S100 haben Ihre Macken und versteckte Mängel. Meistens sind die Anbieter (nicht im vorliegendem Fall) auch völlige Laien und haben den Skoda "zufällig in der Scheune/Garage vom Opa" gefunden. Können also gar nicht beurteilen was der Wagen unterm Strich wert ist und noch leisten kann. Erschwerend kommen grenzenlose Gier und völlige Ignoranz in diesem Land hinzu, die daran Schuld sind das viele "Besitzer" eines Skoda 1000MB/S100 völlig überzogene Preisvorstellungen aufbauen und nicht bereit sind der (preislichen) Realität ins Auge zu blicken. Schaut selber bei www.mobile.de wie lange dort die Fahrzeuge schon angeboten werden - und keiner kauft ! Irgendwann kann der Händler die Dinger mit dem Besen zusammenkehren und wegschmeißen. Oder er ändert seine Preise. Selbst Hennes 1000MB war am Ende viel günstiger als wir vermutet hatten. Und ein 67ziger Modell im Zustand 3 bringt nun mal keine 1500,00 Euro ! Wenn der Wagen für 400,00 den Besitzer wechselt ist das noch ein guter Preis. |
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