"...schöner alter Wagen ! Ist ein S100?...."

Solche Sätze hört man eigentlich immer wenn man mit dem heiligen Blech
unterwegs ist und mit Schaulustigen ins Gespräch kommt. Mit der Zeit
verzichtet man auf lange Erläuterungen und begnügt sich mit einer kurzen
und einsilbigen Antwort.
Aber an dieser Stelle soll der Platz für eine umfassende Aufklärung sein
und es wird gezeigt das ein 1000MB nicht gleich ein 1000MB ist und schon
gar kein S100 !


Im Jahre 1964 wurde bei Skoda der brandneue Typ 1000MB vorgestellt. Dieser "Ur-Typ" besitzt einige Merkmale die ihn unverwechselbar machen. Zum eine ist der Lufteinlass am Heck halbrund geschwungen und das Gitter wird von einem poliertem Aluminiumband eingerahmt. An der Front macht sich reichlich Zierrat breit. Besonders fallen die Tropfenförmigen Blinker auf die von einem großen, sechsteiligem Chromring geschnitten werden. Weiterhin läuft eine "Bügelfalte" über den ganzen Wagen und gibt der Kofferraumhaube, dem Dach und der Motorhaube einen prägnanten Knick.


Im Dezember 1965 wurde dann ein überarbeitetes Modell des 1000MB vorgestellt. Die Lufteinlässe am Heck wurden rechteckig und eine Verzierung entfiel. An der Front wurde der große Chromring an den Seiten verkleinert und ging ab sofort vor den Blinkern entlang. Die "Bügelfalte" und die Panoramascheibe im Heck bleiben aber vorerst erhalten.


Die nächste Modellvariante kam im Juli 1968 auf den Markt. Die große Panoramaheckscheibe wurde zu Gunsten einer breiteren C Säule verkleinert und verlor ihre Positionslichter. An der Front wurden die Blinker völlig neu gestaltet und das ehemalige Chromlogo der Marke, geschickt mit den neune Blinkern kombiniert.


Im April 1969 erfolgte dann die letzte große Änderung am Erscheinungsbild des 1000MB. Die "Bügelfalte" wurde ab sofort ersatzlos gestrichen. Es wurde eine extrem abgespeckte Version des 1000MB als Modell "Moldau" auf den Markt geworfen.
Im nebenstehendem Bild ist zu erkennen das auf dem Dach die Falte fehlt. Die Kofferraumhaube (mit Falte!) ist demnach nicht original.
Im Laufe der Jahre wurden im sozialistischem Alltag viele Umbauten und Modernisierungen vorgenommen die entweder dem Geschmack der Zeit geschuldet waren oder einfach nur auf Ersatzteilmangel zurückzuführen sind.
Nachfolgend sind einige dieser Besonderheiten und Umbauten aufgeführt.



Dieser 1000MB hat bereits die Front des Modell 66. Jedoch wurden am Heck noch die alten Kotflügel verbaut. Hier handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Fahrzeug das genau während der Umstellung gefertigt wurde. Falls dem so ist, wäre es als sehr selten zu betrachten.


Dieser 1000MB ist Bj.67. Aber vom Originalem Frontzierrat fehlt jede Spur. Nur die Kunstvoll verschlossenen Befestigungslöcher künden noch aus dieser Zeit. Die Ersatzblinker entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Ausführung des Jahres 68. ABER: sie wurden seitenverkehrt verbaut !! Wer hat da wohl geschlafen ?



Diesem Fahrzeug (Bj.68) wurde der gesamte Frontzierrat entfernt und statt dessen eine S100 Stoßstange verbaut. Sehr Wahrscheinlich fehlten einmal die entsprechenden Ersatzteile und man musste sich so behelfen.


Dieser 1000MB (Bj. 68) hat seine Blinker gegen die Ausführung des Wartburg 353 tauschen müssen. Eine Bastelvariante die häufig zu sehen ist. Der kleine Frontspoiler ist übrigens nicht original.



Obwohl laut Dünnebier/Kittler der 1000MBX nur im Jahre 1966 gefertigt wurde haben wir hier einmal die korrekte Ausführung und.....







....hier eine Ausführung mit der Front des Jahres 1968. Da es sich bei dem Fahrzeug um eine Restaurierung aus dem Mutterland des Skoda handelt, kann angenommen werden das die Frontpartie original gestaltet wurde. Demnach wurde der 1000MBX wohl doch nicht nur 1966 gebaut ?
Übrigens ist an diesem Fahrzeug ein sehr seltenes originales Zurüstteil zu sehen. der Schweller wurde mit einem Aluminiumformblech verkleidet !



Ein 1000MB Motor wie er serienmäßig daher kam. Mit seinen 988ccm leistete er 29kW. Im Jahre 1966 wurde durch veränderung der Einlasssteuerzeiten und eine andere Düsenbestückung im Vergaser die Leistung nochmals ein wenig gesteigert.






Für den Export bekam der 1000MBG eine Doppelvergaseranlage. Zu erkennen an dem breiteren Luftfiltergehäuse. Damit wurde die Leistung des 988ccm Motors auf 35kW gesteigert.
Wenig später wurde statt der teuren Doppelvergaseranlage, der Hubraum auf 1107ccm aufgebohrt und die 35kW standen auch mit einem Vergaser zur Verfügung. Deshalb ist ein MBG Motor recht selten zu sehen.